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14
November
2019
14.November.2019

Was bewegt das pastorale Personal?

„Mein Gott, meine Kirche und ich – Immer in Bewegung?!“ lautete am 4. November 2019 das Thema des „Tags des pastoralen Personals“ im Erzbistum Paderborn. 330 Priester, Diakone und pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kamen zu diesem Anlass in Werl zusammen. Wir haben sowohl Teilnehmerinnen und Teilnehmer als auch das Organisationsteam mit einigem Abstand zu der Veranstaltung gefragt: Welche Themen bewegen mich derzeit als Priester, Gemeindereferentin oder -referent oder als Diakon? Was möchte ich – an meinem Einsatzort, in meiner Funktion und mit meinen Fähigkeiten – weiterbewegen? Und auch: Wie bewegend habe ich den Tag selbst empfunden? Hier die Antworten.

Gemeindereferent Markus Ende
Markus Ende
Markus Ende

Pastorale Projekte in unseren Gemeinden bedeuten für mich Kreativität, am Puls der Zeit zu sein und Bewegung. Es geht darum, Menschen in ihrem Alltag dort abzuholen, wo sie stehen und mit Gott in Verbindung zu bringen. Momentan bewegt mich die Weihnachtsausstellung aus Legosteinen, die durch die Kirchen unseres Erzbistums wandert. Viele tausend Besucher haben sich bereits auf den Weg gemacht, um die Geschichte der Geburt Christi zu bestaunen, nachgebaut aus den kleinen Steinen, die fast jeder zu Hause hat.
So muss für mich Kirche sein: inspirierend, faszinierend und übersetzend!
Immer den Blick auf Gott und den Menschen gerichtet und von seiner Frohen Botschaft berichtend.
Dann lassen sich Menschen nicht nur von Gott bewegen, sondern auch im Innersten berühren.

Markus Ende, Gemeindereferent in der Pfarrei St. Walburga Werl

Gemeindereferentin Anne Tarrach
Anne Tarrach
Anne Tarrach

Was bewegt mich derzeit als Gemeindereferentin und was möchte ich – an meinem Einsatzort, in meiner Funktion und mit meinen Fähigkeiten – weiterbewegen?

Schon seit längerem bewegen mich die immer deutlicher werdenden Abbrüche im Leben der Gemeinden, der Vertrauensverlust durch die Missbrauchskrise, der erschwerte Zugang zum Glauben für viele Menschen u.a. durch unsere Sprache und oftmals auch Sprachlosigkeit, wenn es um den persönlichen Glauben geht. Mich bewegt, dass durch die immer größer werdenden Räume und Einsatzfelder die persönliche Begegnung und das Wachsen von Beziehungen erschwert werden. Gerade in dem Bereich sehe ich meine Stärken und Fähigkeiten. Ich möchte durch meinen Einsatz und in meiner Arbeit den Menschen neue Zugänge zum Glauben eröffnen und sie einladen, sich für die Gegenwart Gottes in ihrem Leben zu öffnen und die persönliche Beziehung zu ihm neu/wieder aufzunehmen. Als Präventionsfachkraft will ich mich dafür einsetzen, dass unsere Gemeinden und Pfarrheime sichere Orte und Schutzräume für Kinder und Jugendliche und schutz- und hilfebedürftige Erwachsene werden und eine Kultur der Achtsamkeit entstehen kann.

Anne Tarrach, Gemeindereferentin im Pastoralverbund Paderborn-Mitte-Süd

Pfarrer Thomas Roddey
Pfarrer Thomas Roddey
Pfarrer Thomas Roddey

Was bewegt mich? Was möchte ich bewegen?

Es ist immer deutlicher zu spüren, dass die „klassische“ Sakramentenpastoral nicht mehr greift. Die von der Kirche überlieferten Heilszeichen und ihr theologischer Gehalt passen nicht mehr zu den Anfragen und Bedürfnissen heutiger Menschen. Das stellt mich als „Sakramentenspender“ vor große Herausforderungen. Mich bewegt die Frage nach einem kreativeren Umgang mit den Sakramenten und nach einer Neuinterpretation ihrer theologischen Bedeutung. Darüber hinaus sehe ich im außersakramentalen Bereich der Seelsorge viele Chancen, den Menschen in unterschiedlichsten Lebenssituationen zu begegnen. Es macht mir Mut, dass immer noch viele Menschen in unserer Gesellschaft ehrenamtlich Verantwortung übernehmen. Ich möchte gerne mich selbst und die Gemeinden dazu bewegen, den Blick auf engagierte Menschen zu lenken, um mit ihnen gemeinsam Zukunft zu gestalten.

Pfarrer Dr. Thomas Roddey, Leiter des Pastoralen Raums Lünen

Gemeindereferentin Aleksandra Reichert
Aleksandra Reichert
Aleksandra Reichert

Sowohl beruflich in der Firmvorbereitung als auch im privaten Umfeld als Mutter von zwei kleinen Kindern komme ich viel mit “jenen” zusammen, die in unseren Gemeinden als feste Instanzen in den letzten Jahrzehnten vermeintlich weggebrochen sind: Kinder, Jugendliche und junge Familien. Ich empfinde die Begegnungen mit jungen Menschen als wertvoll und bereichernd und nehme eine große Offenheit und Neugier wahr, vielleicht sogar eine Sehnsucht. Dass diese genannten Zielgruppen anlassbezogen und punktuell im kirchlichen Bereich auftauchen, sehe ich als Herausforderung. Es bewegt mich, mehr über sie zu erfahren. Ich möchte die mir anvertrauten Menschen besser kennen und in ihnen Interesse an Gott wecken. Ich möchte versuchen, bewegende Themen aufzugreifen und verschiedene Möglichkeiten bieten, den christlichen Glauben zu entdecken, zu verstehen und zu begreifen. Ich freue mich über jeden, der durch Christus bewegt wird und eine persönliche Beziehung zu ihm sucht.

Aleksandra Reichert, Gemeindereferentin im Pastoralverbund Letmathe

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