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1
November
2019
1.November.2019

Inspirierende Heilige

Welcher oder welche Heilige ist für Sie persönlich am wichtigsten? Diese Frage haben wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Anlass des bevorstehenden Hochfestes Allerheiligen schon in der vierten Ausgabe des “erzblatts” gestellt. Da die Antworten im Magazin platzbedingt sehr kurz ausfallen mussten, veröffentlichen wir nachfolgend die ausführlicheren Antworten. Außerdem haben wir noch weitere Kolleginnen und Kollegen um Mitwirkung gebeten: Welche Heiligen sind für Sie das größte Vorbild? Welche Heiligenvita beeindruckt sie am meisten? Welche Heilige verehren Sie am meisten?

Helena Schmidt
Helena Schmidt
Pastor Stefan Tausch
Pastor Stefan Tausch

Aus der großen Schar der Heiligen fasziniert mich am meisten der hl. Ignatius von Loyola! Warum?

  • Weil er auf seinem langen Weg zu einer intensiven Christusbeziehung und –freundschaft zahlreiche Höhen und Tiefen durch- und erlebte, frei nach dem Motto: “Umwege erhöhen die Ortskenntnis!”
  • Weil seine brennende Liebe zu Christus ausstrahlte und zahlreiche Weggefährten zur Gründung der mich aus verschiedenen Gründen faszinierenden ‚Gesellschaft Jesu‘ führte.
  • Weil er seiner Kirche  in Anlehnung an seinen Namen die bis heute aktuellen und beeindruckenden ‚ignatianischen Exerzitien‘ hinterlassen hat.
  • Weil er mich persönlich, der ich als Spätberufener ebenfalls auf Umwegen zu Christus fand bzw. von Christus gefunden wurde, aufgrund all dieser kurz und knapp angerissenen Facetten im Laufe meines Lebens seit Jahren und auch heute prägt(e) und beflügelt(e)!

Pastor Stefan Tausch, Leiter des Katholischen Forums in Dortmund

Ursula Altehenger
Ursula Altehenger
Florian Jansen
Florian Jansen

Einfach faszinierend, diese Frau! Hildegard von Bingen wird 1098 als zehntes Kind einer adligen Familie geboren. Ab dem fünften Lebensjahr wird sie plötzlich von Visionen heimgesucht, die im Laufe des Lebens (wie sie selbst schreibt) „unwiderstehlich stark“ werden. Im Alter von acht Jahren geben die Eltern sie in ein Kloster, wo sie vierzehnjährig hinter Mauern eingeschlossen wird, um sich in einem von Gebet und harter Askese geprägten Leben zu üben. Aus heutiger Sicht völlig absurd! Egal, jedenfalls übersteht sie es und wird viele Jahre später sogar Äbtissin. Als ihre Visionen dann noch päpstlicherseits als echt (= von Gott kommend) bestätigt werden, beginnt sie, sich in einer von Männern dominierten Welt Respekt zu verschaffen. Trotz vieler Widerstände gelingt es ihr, um 1150 ein eigenes (!) Kloster zu gründen, ein zweites folgt 15 Jahre später. Hildegard ist die erste Nonne, die öffentlich predigt, zur damaligen Zeit ein absolutes No-Go. Sie avanciert zur Universalgelehrten, die als „Meisterin der Theologie“ und „Gelehrte der Naturwissenschaften und der Musik“ ein umfangreiches Werk hinterlässt, das den Menschen mit Gott in Berührung bringen soll… und das sie bis heute populär macht. Bereits zu Lebzeiten wie eine Heilige verehrt, wird sie am 7. Oktober 2012 zu Beginn der Bischofssynode zur Neuevangelisierung als vierte Frau nach Katharina von Siena, Theresa von Avila und Therese von Lisieux zur Kirchenlehrerin erhoben. Was mich daran fasziniert? Einfach gesagt: Die Botschaft, dass Gott es sich nicht nehmen lässt, in bewegten Zeiten neue Wege mit seiner Kirche zu gehen… auch heute!

Florian Jansen, Referent für religiös-theologische Bildung in der Katholischen Erwachsenen- und Familienbildung

Ann-Kristin Idzik
Ann-Kristin Idzik
Matthias Stumpe
Matthias Stumpe
Matthias Stumpe

Christophorus – eine Zukunftsbild-Legende

Legendäre Geschichte: Ein riesiger Soldat sucht den mächtigsten Herrscher, um ihm zu dienen. Er versucht es beim König, er versucht es beim Teufel… Fehlanzeige. Diese devote Haltung, bei den Mächtigen ankommen zu wollen, ist mir suspekt. Mir gefällt aber die Haltung des Suchens, des Ausprobierens und Verwerfens. Christophorus holt sich Rat bei einem weisen Mann, der ihm bestätigt, dass Christus der mächtigste Herrscher sei. Ein wirklich weiser Mann, der Christophorus Bedürfnisse ernst nimmt. Und der Weise geht charismenorientiert zur Sache. Ob Christophorus denn beten könne? Nicht so sein Ding. Ob er denn fasten könne? Auch nicht attraktiv. Aber anpacken, zu Diensten sein, Leute über den Fluss tragen, die das alleine nicht schaffen, das kann er. Und im Dienen begegnet er Christus, nicht als mächtigem Herrscher, sondern als hilfsbedürftigem Kind. Taufe im Fluss – und dann Schluss? Betet und fastet er jetzt? Wohl kaum, aber es ist etwas gewachsen und erblüht, zeichenhaft sein Wanderstab. Eigenverantwortlich zu handeln statt Befehlsempfänger zu sein, das Göttliche in den Menschen zu erkennen, seine Berufung zu finden, Christus mit sich zu tragen, das sind hochaktuelle Ziele, die mich an dieser Legende faszinieren.

Matthias Stumpe, Dekanatsreferent im Dekanat Rietberg-Wiedenbrück

Martina Schneider
Martina Schneider
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