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17
Oktober
2019
17.Oktober.2019

Ein Dankeschön für ehrenamtliche Zeitspenden

„Danke“ zu sagen ist mehr als ein Gebot der Höflichkeit. Wer einem Menschen dankt, motiviert ihn, zeigt, dass er ihn wertschätzt, und stärkt die Beziehung, die er zu ihm hat. Weil ein von Herzen kommender Dank so wichtig ist, hat das Referat Ehrenamtsförderung im Erzbischöflichen Generalvikariat nun schon zum zweiten Mal einen Satz von Dankeschönkarten fürs Ehrenamt herausgegeben. Fragen an Konstanze Böhm-Kotthoff und Alina Brinkmann zur Kultur der Wertschätzung und Anerkennung.

Redaktion

Gibt es im Erzbistum eine Kultur des Danksagens, wenn es um ehrenamtliches Engagement geht?

Konstanze Böhm-Kotthoff

Ich würde das nicht unbedingt Kultur des Danksagens, sondern eine Kultur der Wertschätzung und Anerkennung nennen. Ein wachsendes Bewusstsein für eine solche Kultur spiegelt sich tatsächlich immer stärker in Pastoralvereinbarungen wider. Man setzt sich in den Pastoralen Räumen zum Beispiel damit auseinander, dass Ehrenamtliche weniger Mitarbeiter sind, die Hauptamtlichen helfen, sondern mehr gleichberechtigte Partner auf Augenhöhe. Auch anhand von Dankeschön-Festen für Ehrenamtliche merkt man, dass das Thema stärker im Blick ist und einen höheren Stellenwert hat als früher.

Alina Brinkmann

Wir merken das auch daran, dass unsere Kurse für Ehrenamtsförderung und -entwicklung stark nachgefragt werden. Mit diesen Fortbildungen versuchen wir von unserer Seite diese Kultur zu fördern. Auch die Dankeschönkarten, die wir jetzt zum zweiten Mal herausgeben, gehören dazu. Und was auch immer mehr Thema wird: Oasentage, Auszeiten für Ehrenamtliche.

Redaktion

Was ist bei einem wertschätzenden Umgang mit dem Ehrenamt besonders wichtig?

Alina Brinkmann:

Wichtig ist es, die einzelne, individuelle Person wertzuschätzen. Also genau zu wissen, was der oder die Ehrenamtliche macht und dies auch auszudrücken. Das ist auch die Idee hinter unseren Dankeschön-Karten: Die sind innen leer, damit man eine Person mit einem selbst geschriebenen Text individuell ansprechen kann.

Konstanze Böhm-Kotthoff

Das wird von Ehrenamtlichen tatsächlich als größte Wertschätzung empfunden: Das jemand ihnen Interesse entgegenbringt und Rückmeldungen gibt. Oder sich mit ihnen darüber austauscht, warum sie sich engagieren. Oft sind es die kleinen Dinge, die wichtig sind: Da hat mir jemand nach einer Veranstaltung eine positive Rückmeldung gegeben. Oder ich habe ein persönliches Geschenk bekommen.

Alina Brinkmann (links) und Konstanze Böhm-Kotthoff (rechts) mit den neuen Dankeschönkarten für ehrenamtliches Engagement. Nach dem großen Erfolg der ersten Auflage hat das Referat Ehrenamtsförderung im Erzbischöflichen Generalvikariat jetzt Klappkarten mit drei neuen Motiven herausgegeben. Sie können ab sofort im Zukunftsbildshop bestellt werden: https://www.zukunftsbild-paderborn.de/online-shop/

Weitere Angebote zur Unterstützung ehrenamtlichen Engagements gibt es hier.

Redaktion

Sind die Anforderungen an Ehrenamtliche gestiegen?

Konstanze Böhm-Kotthoff

Wenn Ehrenamtliche Partner sind, mit denen Hauptamtliche auf Augenhöhe zusammenarbeiten wollen, ist das einerseits eine Wertschätzung. Andererseits heißt es für die Ehrenamtlichen aber auch, dass sie mehr Verantwortung übernehmen müssen. Was man aber auch sehen muss: Das Ehrenamt generell wandelt sich. Zwar sind immer mehr Menschen bereit, sich zu engagieren. Aber die meisten haben maximal zwei Stunden pro Woche Zeit. Es ändern sich also sowohl die Ansprüche an die Ehrenamtlichen als auch die Ansprüche an die Träger, das Ehrenamt entsprechend zu verändern.

Alina Brinkmann

Hinzu kommt die Herausforderung, dass es vor Ort einerseits das traditionelle Ehrenamt gibt, andererseits aber auch neue Formen, bei denen die Menschen sich nur einmal bei einem bestimmten Projekt engagieren wollen. Die Frage ist dann, wie man beide Formen verbindet, damit die eine Form nicht als Konkurrenz zur anderen verstanden wird. Und um noch einmal auf das Stichwort Oastentage zurückzukommen: Die Nachfrage danach zeigt das Bedürfnis Ehrenamtlicher, spirituell begleitet zu werden und sich geistlich mit ihrem Engagement auseinanderzusetzen.

Redaktion

Warum ist ein ehrlich gemeintes Dankeschön so wichtig?

Alina Brinkmann

Anerkennung und Wertschätzung motivieren dazu, sich weiterhin zu engagieren. Vielleicht wurde es in der Kirche auch zu lange für selbstverständlich genommen, dass man sich ehrenamtlich engagiert. In den Ehrenamtskursen spricht die Beratergruppe ehrenamt, die die Kurse durchführt, oft von einer „Zeitspende“. Im Ehrenamt spendet jemand freiwillig, unentgeltlich seine Zeit. Das ist etwas, wofür man danken muss.

Konstanze Böhm-Kotthoff

Dabei finde ich, dass ein Dankeschön für einen kleinen ehrenamtlichen Einsatz genauso wichtig ist wie für ein langjähriges Engagement. Jedes Engagement ist es wert, gesehen zu werden. Im Ehrenamt bringt ein Mensch das ein, was er kann. Deshalb gibt es nicht Ehrenamtliche, die mehr wert sind als andere.

Redaktion

Wie ist die Idee zu den Ehrenamtskarten entstanden, und wie ist die Resonanz?

Konstanze Böhm-Kotthoff

Eine Kollegin im Bistum Aachen hatte Dankeschönkarten für Ehrenamtliche gemacht. Wir haben die Idee aufgegriffen und im November letzten Jahres Karten mit drei Motiven herausgegeben. Die waren nach 4 Wochen vergriffen. Wir haben sie dann zwei Mal nachgedruckt, aber auch diese Auflage war innerhalb von vier Monaten weg. Insgesamt haben wir so 9.000 Karten unter die Leute gebracht. Die Resonanz war also sehr groß. Wir hätten noch mehr drucken können, haben dann aber entschieden, erst einmal eine Pause zu machen. Jetzt haben wir drei neue Karten mit einer Auflage von 2.500 pro Karte aufgelegt.

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